Mich interessiert an Medienprojekten besonders, wie sich technische Mittel nutzen lassen, um abstrakte Zusammenhänge sichtbar oder erfahrbar zu machen. Dieses interaktive Medienkunstprojekt beschäftigt sich mit der Frage, wie sich individuelle Handlungen auf andere auswirken – auch dann, wenn die Folgen nicht unmittelbar sichtbar sind.
Das zentrale Element der Installation ist ein gespanntes Tuch, in dem durch Luftströmung eine Welle entsteht. Diese Welle steht sinnbildlich für Auswirkungen, die sich ausbreiten und weitergegeben werden. Auf die Oberfläche werden Figuren projiziert, die sich innerhalb dieser Bewegung durch den Raum bewegen.
Die Installation reagiert dabei direkt auf die Anwesenheit der Betrachter. Nähert man sich dem Werk, verändert sich die Intensität der Bewegung im Tuch und die projizierten Figuren kommen näher. Am Ende der Installation löst eine Druckplatte eine zusätzliche Veränderung aus, die den Moment markiert, in dem die Auswirkungen nicht mehr nur beobachtet, sondern selbst erlebt werden.
Ein wichtiger Aspekt der Arbeit ist außerdem der zeitliche Versatz der Wirkung. Verlässt man die Installation, verschwindet die Bewegung nicht sofort. Die Welle im Tuch und die Projektionen benötigen Zeit, um wieder zur Ruhe zu kommen. Dadurch bleibt sichtbar, dass Handlungen nicht nur unmittelbare Effekte haben, sondern auch nachwirken können.
Die technische Umsetzung dient dazu, eine abstrakte Idee physisch erfahrbar zu machen und Besucher aktiv in die Dynamik des Werkes einzubeziehen.